Art.Nr. G887 Lithografie nach einem Kupferstich ‚Desidia – Die Trägheit‘ aus der Serie ‚Die sieben Todsünden‘ von O. Zoff nach Heyden, um 1920

Art.Nr. G887 Lithografie nach einem Kupferstich ‚Desidia – Die Trägheit‘ aus der Serie ‚Die sieben Todsünden‘ von O. Zoff nach Heyden, um 1920

120,00 €
Artikel-Nr.:G887
Material:Papier
Stil-Epoche:20. Jh.
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Lithografie nach einem Kupferstich ‚Desidia – Die Trägheit‘ aus der Serie ‚Die sieben Todsünden‘ von O. Zoff nach Heyden, um 1920 in einem schlichten vergoldeten Rahmen.

‚Desidia‘ handelt von der Trägheit, der zweiten der sieben Todsünden. Dass Pieter Bruegel der Ältere, der ursprüngliche Kupferstecher hinter diesem Motiv, hier maßgeblich von Hieronymus Bosch beeinflusst wurde, lässt sich auf den ersten Blick erkennen. In einer utopischen Landschaft mit Flüssen und toten Bäumen mit kahlem Geäst tummeln sich Figurenstaffagen neben Tiermischwesen. Im mittleren Vordergrund über dem Schriftzug der ‚Desidia‘ liegt eine weibliche Figur auf dem Rücken eines Esels und stützt den schläfrigen Kopf ab. Aus dem rechten Bildrand wird eine im Bett liegende Figur ins Bild gezogen, welche im Liegen Brei löffelt. Das Bild wird dominiert von allumfassender Trägheit, oft werden die Figuren noch zusätzlich von den Tierwesen bestärkt. Im linken oberen Eck und halb im Wasser versunken befindet sich das große Ziffernblatt einer Uhr am Hang eines ausbrechenden Vulkans. Die fehlenden Zeiger werden durch einen Arm ersetzt, welcher aus einer Öffnung gestreckt wird. Kleine Figurenstaffagen im Wasser davor beobachten die Szenerie.

Zustand: Blatt gelbstichig. Stellenweise leichter Goldabrieb am Rahmen.

Otto Zoff (1890 Prag – 1963 München) war ein österreichischer Schriftsteller. Er studierte Kunst- und Literaturgeschichte in Wien und promovierte 1914. Während seiner Zeit in Berlin arbeitete er unter anderem für das Berliner Tagblatt und diverse Zeitschriften. Für kurze Zeit war er Lektor des S. Fischer Verlag. Ab 1917 zog er nach München und arbeitete als Dramaturg in zahlreichen Kammer- und Theaterspielen.

Pieter van der Heyden (um 1530 Antwerpen – 1572 Berchen/Antwerpen) war ein flämischer Kupferstecher und Mitglied der St. Lukas-Gilde. Er arbeitete hauptsächlich nach Vorlagen von Hieronymus Bosch, sowie Pieter Bruegel der Ältere.

Maße:  35 x 42 cm                           Bildausschnitt:  22 x 29 cm