Art.Nr. 4331 Biedermeierschreibschrank mit Tazzenfüßen, Berlin, um 1810

Art.Nr. 4331 Biedermeierschreibschrank mit Tazzenfüßen, Berlin, um 1810

13.600,00 €
Artikel-Nr.:4331
Material:Birke
Stil-Epoche:Biedermeier
Details:ausblenden
Biedermeierschreibschrank, Birke, Ahorn Massivholz, teils Birke, Birkenmaser, Mahagoni, Ahorn, teils grünlich gebeizt, auf Weichholz furniert. Rechteckiger Korpus mit leicht vorgesetztem Sockel auf Tazzenfüßen ruhend. Füße wohl Pappel mit einer späteren Ölvergoldung. Zweischübiger Unterbau, darüberliegende Schreibplatte, die im Innenbereich mit Mahagoni furniert ist, umrahmt von einem Band aus Ahorn, die Ecken grün gebeizt, der äußere Rahmen ist in Birkenholz furniert.

Die Inneneinteilung besteht aus einer zentralen, rückseitig, original verglasten Nische. Der Boden ist würfelförmig eingelegt. Am vorderen Rand befindet sich eine Balustrade mit zwei aufgesetzen Vasen in Bei. Der Einsatz kann kmplett herausgezogen werden, an der Rückseite befindet sich ein Geheimfach mit weiterem, herausnehmbaren Einsatz. Unterhalb der Nische befinden sich drei Schubfächer mit Messingzugknöpfen, seitlich zwei Türen mit ovalen, eingelegten Medaillons. Die Lisenen, die Einsätze und Türen, Unterteilungen sind am oberen Ansatz mit geschnitzten Blüten in Bein dekoriert.

Darüber befindet sich ein längliches Fach, dessen Front „balkonförmig“ gestaltet ist, im Frontbereich mit durchbrochener Balustrade, die würfelförmigen Pfeiler sind mit kleinen Bekrönungen am Bein verziert. Der Boden ist aufwendig eingelegt, in der Mitte mit einer halbkreisförmigen Rosette in Ahorn, teils geflammt (wurde in heißen Quarzsand eingelegt, um eine plastischere Wirkung zu erzielen, umrahmt von Würfelmaketerie. Der Einsatz kann herausgezogen werden, rückseitig befindet sich ein breites Geheimfach. Den oberen Abschluss bildet eine Kehlung auf der Frontseite, durch einen Taster kann ein weiteres schmales Schubfach ausgelöst werden, dessen Front abgeklappt werden kann, dieses lässt sich dann als Stehpult nützen (seitliches Griffelfach).

Der zurückgesetzte Aufbau besteht aus einem Mittelzug, dessen Front treppenförmig ausgeführt ist, flankiert von zwei quadratischen Schubfächern. Umrahmt wird der Aufbau von kleinen, ausgesägten Galerien, deren Eckklötze mit ebonisierten Kugeln verziert sind. Die Schlüssellochschilder sind schlicht in Ebenholz eingelegt.

Restaurierte, Schellack polierte Oberfläche, guter Erhaltungszustand mit leichten, altersbedingten Gebrauchsspuren, kleineren Kratzern, Druckstellen, die überpoliert wurden, die Fassung der Füße wurden später ergänzt. Es befinden sich kleinere Furnierergänzungen im Sockelbereich, an den unteren Schubladen, am rechten Rand der Schreibplatte, in der Mitte der ovalen Retusche und am Aufbau an der rechten, oberen Ecke. Weiterhin wurde das Furnier flankierend des treppenförmigen Aufbaues ergänzt, fachgerecht ausgeführt und kaum sichtbar. Ein Teil der Galerie wurde rekonstruiert, fällt kaum auf. Die originale Verspiegelung ist teils erblindet. Berlin, um 1810.

Literaturvergleich: Kreisel/Himmelheber – Die Kunst des deutschen Möbels, Klassizismus, Historismus, Jugendstil

Höhe: 159 cm, Höhe: Schreibplatte: 76 cm
Breite: 101,5 cm
Tiefe: 53 cm, Tiefe mit ausgeklappter Platte: 97 cm