Art.Nr. 4511 Tabernakelsekretär mit herausnehmbarem Schreibteil, wohl Würzburg, um 1730

Art.Nr. 4511 Tabernakelsekretär mit herausnehmbarem Schreibteil, wohl Würzburg, um 1730

15.600,00 €
Artikel-Nr.:4511
Material:Nussbaum
Stil-Epoche:Barock
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Tabernakelsekretär, Nussbaum Massivholz, teils Nussbaum, Nussbaumwurzelmaser, Zwetschge, Esche, Ahorn, Ebenholz auf Weichholz furniert. Kommodenförmiger, dreischübiger Unterbau, dessen Front stark nach innen gebogt ist, mit abgeschrägten Ecken und zwei spitz ausgestellten Nasen. Das Sockelprofil, sowie das Profil der Deckplatte ist leicht ausgestellt, das Möbel ruht auf gedrückten Kugelfüßen. In der Mitte ist der Sockel trapezförmig ausgestellt mit einem kleinen Podest als Fußablage. Der Aufbau besteht aus einem Schreibteil mit schräger Platte sowie fünfschübiger Inneneinteilung. Dieser Schreibteil kann herausgezogen werden und ist allseitig furniert und kann somit als Reiseschreibpult verwendet werden, seitlich flankiert von zwei Schüben.

Der zurückgesetzte Aufbau übernimmt die Form des Unterbaues, die Front (Tabernakeltüre) ist verglast mit fünf zurückgesetzten Schubfächern, darunter befindet sich ein breites, abschließbares Schubfach, das die seitlichen 8 Schubfächer mit einem „Rechenmechanismus“ verriegelt. Wenn dieses Fach leicht herausgezogen wird, können die restlichen Schubfächer geöffnet werden. Der obere Abschluss wird durch einen profilierten Gesimskranz gebildet, der im Bereich der Ecken verkröpft und in der Mitte geschweift ist. Das Möbel hat eine aufwendige Maketerie, die Schubfächer sind in der Mitte mit Wurzelmasereinlagen verziert, umrahmt von quer angelegten Bändern in Nussbaum, die von schmalen Ahorn/Ebenholzadern flankiert werden. Die Ecken sind jeweils verkröpft mit würfelförmigen Einlagen in Nussbaummaserholz. Der äußere Rand ist jeweils auf Kreuzfuge gespiegelt mit schräg verlaufendem Nussbaumfurnier. Die Kanten des Schreibteils sind ebonisiert (dunkel poliert). Das Möbelstück besitzt komplett das originale Beschlagwerk, gravierte Messingschlüssellochschilder, Griffe mit Blattverzierungen, Zugknöpfe mit stilisierten, blütenförmigen Rosetten. Originale Kastenschlösser in Eisen, teils mit Messing verblendet.

Restaurierte, gereinigte, Schellack polierte Oberfläche unter Erhaltung der originalen Patina. Guter Erhaltungszustand mit kleineren, altersbedingten Gebrauchsspuren, die gereinigt und überpoliert wurden. Es gibt kleinere Furnierergänzungen, die jedoch kaum auffallen. Kleine gedrechselte Knöpfe des Schreibteils wurden teils ergänzt, nicht sichtbar. Der Verschlussmechanismus ist bei zwei Schubladen des Aufbaus ausgesetzt. Beide Ecke des Gesimskranzes sind leicht nach oben verzogen, kleiner Randspalt. Wohl Würzburg, um 1730.

Literaturvergleich: Deutsche Möbel des Barock & Rokoko, Band II, Hermann Schmitz S. 162 (Möbel aus der Residenz Würzburg)

Höhe: 173 cm
Breite: 119,5 cm
Tiefe: 74 cm